Wem nützt der Fight Voggenhuber vs. Glawischnig?
Der öffentliche Fight Voggenhuber vs. Glawischnig geht munter weiter und wird von den beiden, offenbar hoffnungslos verfeindeten, Seiten auch über alle Medien geführt. Gewinner dieses Kampfes zeichnet sich keiner ab, vielmehr bleibt die Partei ebenso wie langjährige Funktionäre schwer beschädigt zurück; von Eva Glawischnigs Reputation als neuer Parteichefin will ich da gar nicht erst schreiben…
Voggenhuber war mir persönlich nie sonderlich sympathisch, was auch nicht nötig ist, um als Politiker positiv gewertet zu werden. In der Sache war Voggenhuber immer klar und hat sich auch von schärfsten Krone-Gegenwind nicht davon abbringen lassen. Für mich war Voggenhuber immer DAS Gesicht der österreichischen EU-Grünen und ich gebe zu: ich kenne niemand anderen! Keinen einzigen! Ist es vermessen, wenn ich behaupte, dass es vielen anderen Österreichern ähnlich geht?
Ich verstehe nicht, wieso es die Grünen in dieser Angelegenheit so weit kommen lassen konnten. Wo waren die kühlen, sachlichen Denker, wo die Strategen? Wie konnte es geschehen, dass offenbar über lange Zeit aufgestaute Konflikte nun derart hervorbrechen? Und vor allem: wie hat es der alte, ehrwürdige Professor geschafft, diesen Dampfkessel vor der Explosion zu bewahren?
Ulrike Lunacek, die neue Grüne Nr. 1 auf der EU-Liste, kenne ich seit den 1990er Jahren. Damals kämpfte sie um den Einzug in den Nationalratswahlkampf und ich habe sie als – damaliger – grüner Jugendfunktionär und offen schwuler Kandidat nach Kräften dabei unterstützt. Ich kenne und schätze an Ulrike Lunacek ihren Weitblick über den österreichischen Tellerrand hinaus, ihre ehrliche Solidarität und ihr Engagement, nicht nur in Fragen der Homosexuellen-Gleichstellung. Ulrike war und ist sich niemals zu schade dafür gewesen, auch noch so kleine Podiumsdiskussionen zu besuchen um ihre und unsere Anliegen zu verteidigen. Dabei stand die Verteidigung der sozialen und politischen Menschenrechte immer im Mittelpunkt.
Um auf den Punkt zu kommen: jede andere Partei könnte sich glücklich schätzen, über solch ein Potential (Voggenhuber & Lunacek) zu verfügen. Aber anstatt gemeinsam in die Hände zu spucken, werden alte Rechnungen beglichen. Obwohl ich massive Probleme mit der aktuellen Politik der Grünen habe, stelle ich mir doch die Frage, wer denn sonst meine Interessen in der EU vertreten soll? Wer soll denn zukünftig in den EU-Gremien Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit einfordern? Die Liberalen gibt es leider nicht mehr. Die Roten holen sich ihre Anweisungen direkt von “Onkel Hans” und kommen für mich ebenso wenig wie die homophoben Schwarzen in Frage. Die FPÖ bettelt gerade um die Aufnahme in die nationalistische “Union für das Europa der Nationen” und ist damit für mich ebenfalls unwählbar. Was bleibt also? Nicht wählen? Weiss wählen? Oder gar HPMartin? Forget it!
Angesichts dieser Aussichten bleibt den Grünen doch gar nichts anderes übrig, als die öffentliche Selbstdemontage endlich zu beenden und zu retten, was zu retten ist. Wenn sie das nicht schaffen, dann hätten sie die nassen Fetzen, die danach unweigerlich folgen würden, zweifellos verdient.













Hallo Thomas!
Aehnlich sehe ich das auch mit den Gruenen, ich finde, die sollten besser Themen statt Befindlichkeiten besetzen.
Wir haben uns mal im Semper-Depot kennengelernt, ich wollte dich (abermals) auf http://wahltotal.at aufmerksam machen! Ist reaktiviert und wartet auf interessante Videofragen und Kommentare “zur Lage der Nation..”. Die Videoclips koennen dann natuerlich auch wieder im eigenen Blog eingebaut werden und du kriegst ne Email bei Beantwortung deiner Frage/deines Beitrags..
Und warum?
Video kann schon direkter ansprechen als Text, Verantwortliche koennen direkt adressiert werden, usw..
Interesse?
@gechuetz
Danke für den Hinweis!
Kommt gleich in unsere Linkliste!
Wenn du von den Grünen eine Antwort bekommst, werden wir hier auch gerne darauf hinweisen.