Grüne vs. LIF

Der Standard bringt in der Ausgabe vom 11.09. zwei lesenswerte Interviews, eines mit der Grünen Kandidatin Alev Korun, das andere mit LIF-Quereinsteiger Rudi Vouk. Dabei offenbart sich ein politischer Stil, der den gesamten Wahlkampf dieser Parteien prägt:

Vouk, LIF:
“Ich hoffe auch, dass seine Grünen bei der Wahl gut abschneiden. Damit sich mit uns eine Koalition jenseits von Strache/Haider ausgeht.”

Korun, Grüne:
“Die Liberalen werden nicht reinkommen.”

Ob den Grünen bewusst ist, dass sie mit ihrer Negativ-Kampagne gegen das LIF am meisten sich selbst schaden? Mit wem will Van der Bellen denn kandidieren, wenn das LIF nicht ins Parlament kommt? Nur mit dem LIF gemeinsam wird sich eine Koalition ausgehen, die einen nicht sofort die Bockerlfrasen kriegen lässt.

6 Kommentare zu „Grüne vs. LIF“

  • Absolut bezeichnend für die momentane Beziehung der beiden Parties. Schade.

  • Zwischenrufer:

    Die Liberalen haben heute die Thematik ebenfalls aufgegriffen und ein kleines Rechenbeispiel gemacht:
    http://www.heide-schmidt-blog.at/2008/09/eine-gewonnene-stimme/

  • nun, die mutmaßung oder feststellung, dass das LIF nicht reinkommt, ist jetzt aber noch nicht wirklich negativcampaigning. da muss man nicht gleich aus einer mücke einen elefanten machen.

  • LAN:

    Dass das kein Negative Campaigning wie wir es kennen ist, das ist klar, dennoch dürften einige Leute die Ansicht von Zwischenruf.at teilen wenn man den Postings bei den Artikeln auf derStandard.at glauben kann. Es ist also zwar kein wirkliches Negative Campaigning, aber es scheint zumindest bei einigen Leuten schlecht anzukommen, welche sich dadurch in ihrer Stimme für das LIF bestärkt fühlen bzw. die als einen (weiteren) Anlass für eine solche Stimme sehen.

  • Uff, bei mir hinterlässt Koruns Aussage auch einen negativen Eindruck. Allerdings weiß ich nicht, ob diese zwei obigen Aussagen allein stehen gelassen werden können. Wie viel Wert man ihnen beimessen darf, dürfte sich aus dem Gesamttext des Interviews ergeben.

    Es ist klarerweise ein Dilemma für die Grünen, dass sie das LIF vermutlich für eine Regierungsbeteiligung brauchen werden und es gleichzeitig aber ganz klar eine starke Konkurrenz darstellt, weil es eben fast ausschließlich “im selben Becken” fischt. Die Liberalen habens als Aussenseiter mit dem Anschmusen dann doch etwas leichter, weil der “softe Stil” ein Markenzeichen von Schmidt & Co. geworden ist – während die Grünen sich gleichzeitig für ihre Wähler als bessere Alternative platzieren müssen, ohne dabei zu aggressiv zu wirken.

  • Es ist letztlich in meinen Augen schon auch eine Prioritätenfrage, ob ich die Umsetzung mir wichtiger Sachthemen für wichtiger erachte, oder die Umsetzung mir wichtiger Sachthemen durch mich.

    Die Konkurrenz einer Partei die dem eigenen Weltbild in vielen Punkten näher steht (natürlich nicht in allen), als sämtliche Mitbewerber, erhöht die Chance inhaltiche Erfolge -gemeinsam- zu erzielen.

    Ich hoffe doch, dass den Grünen das weiterhin wichtiger ist, als die Frage wer möglicherweise die Lorbeeren erntet.

    Den Ablehnungsreflex abseits inhaltlicher Beurteilung gibt es bei den “etablierten Parteien” sowieso zur Genüge. Leider sind Annäherungstendenzen der Grünen an eben diese nicht mehr zu übersehen.

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