Wir bloggen!
Zwischenruf.at wird von 2 befreundeten Bloggern befüllt:
Da hätten wir einerseits den Zwischenrufer himself. Ein umgänglicher Mensch, sehr kommunikativ, aber auch ein echter Dickschädel, wenn´s denn mal sein muss. Der Zwischenrufer mag gute Gespräche, selbstbestimmte, entscheidungsfreudige Menschen, Musik, gutes Bier und seine Freunde.
Er hasst es, von anderen belogen, zwangsbeglückt oder missioniert zu werden und reagiert darauf regelrecht allergisch. Das war wohl auch der Grund für den Beginn dieses Blogs. Denn ganz allgemein findet er, dass es für die Psychohygiene viel, viel besser ist, seine Wut zu artikulieren, als sie in sich hineinzufressen.
Der Zwischenrufer ist übrigens schwul und findet das – wie der gute, alte Wowi – ganz gut so. Womöglich ist er deswegen so “angfressen” auf Leute, die Homosexuelle auf Baukränen aufhängen, sie steinigen, foltern, ins Gefängnis werfen oder sie sonstwie diskriminieren. Das gilt im Übrigen nicht nur für Schwule und Lesben, ganz allgemein sind ihm Menschenrechte, gesellschaftliche und politische Partizipation ein großes Anliegen.
…und andererseits Darkwins. Ein Geheimatheist – für ihn selbst ist die Existenz eines Gottes noch um einiges (unendlich viel) unwahrscheinlicher, als dass er jemals einen Lotto-Sechser tippte. Doch das weiß keiner.
Sein Kirchenaustritt wird nicht ernst genommen, denn: „Das macht man ja, weil man keinen Kirchenbeitrag zahlen will und nicht weil man an gar nichts mehr glaubt.“
Auch ist Darkwins stolzer Onkel und weniger stolzer Taufzeuge seiner Nichte (Wieso soll ich mich und sie aus der Gesellschaft ausschließen?)
Ungefähr im Juli 2008 schrieb ich:
“Gerne würde Darkwins es sehen, wenn sich auch in Österreich und Deutschland eine Gruppe von Menschen finden und formieren würde, die einen Gegenpol zu der Macht der Kirchen und Religionen und der allgemeinen Annahme, dass eigentlich jeder einen Gottglauben hat und ein darauf basierendes Wertesystem und, dass er ohne dieser Religion ein anarchisches, verbrecherisches, hoffnungsloses Leben führen müsse und er beim Sterben mehr Angst habe, weil er nicht „weiß“, was kommt.”
Was hat sich in knapp über einem Jahr nicht alles getan?! Mein Wünsche nach Gruppen in Österreich und Deutschland, die verstärkt die Herausforderung wahrnehmen und gegen den unreflektierten Geisterglauben und für mehr mediale Präsenz eintreten, haben sich voll erfüllt. Diese Gruppen kamen natürlich nicht aus dem Nichts. Das gleichzeitige Aufblühen der Social Media brachte es mit sich, dass sich Individuen fanden und zu Bewegungen formieren konnten, die einem Vereinsleben eines kontemplativen, philosophischen Laizistenclubs eher weniger abgewinnen konnten.
Das Web2.0 scheint dem Atheismus / Laizismus einen ungeheuren Auftrieb zu geben.
Das Internet ist meiner Meinung nach ein sehr Demokratie-und Freiheit-förderndes Medium, dass sich gänzlich der Kontrolle der Kirche der Hausmeisterin und der Heuchelei entzieht indem sich jeder alles anschauen kann ohne aus der Dorfgesellschaft oder der Nachbarschaft oder einer Gemeinschaft sofort vertrieben zu werden. Jeder kann sich mit jedem auf der Welt zusammen tun und Flashmobs oder andere sinnvolle Dinge planen oder Gedanken austauschen und sich eine Meinung bilden.
Ich bin gespannt wie es weiter geht. Ich habe das Gefühl, dass eine ungeheure Emanzipationsbewegung im Gange ist und sich bald immer mehr Leute zum Atheismus bzw. zu einer klaren Trennung von Kirche und Staat bekennen werden, weil sie erkennen, dass die Ausübung einer Religion, soweit diese nicht Verfassungswidrig oder gegen die Menschenrechte eintritt, für Laizisten ohnehin kein Problem darstellt, dass man aber mit dem selektiven Schutz einer Religion indem man sie zur Staatsreligion macht, gleichzeitig auch alle explizit demokratiefeindlichen und Menschen- und Minderheiten-diskriminierenden Tendenzen aller staatlich anerkannten Religionen stärkt.
Aber in Österreich ist alles verkehrt. Ein Sozialist will das Kreuz in die Verfassung heben und ein freiheitlicher fuchtelt mit dem Kreuz wie Dagmar Koller herum. – Was soll das? Bitte umbenennen SPÖ in CSU und FPÖ in CNP.













