Buch-Empfehlung: “Die Reimbibel” von Prof. Wolfgang Klosterhalfen

reimbibelDer Atheist Prof. Wolfgang Klosterhalfen hält die Bibel für eine Sammlung obskurer alter Berichte, die immer wieder Unheil über große Teile der Menschheit gebracht hat. In ihr würde Unvernunft zur Tugend und Zweifel zur Sünde erklärt. Klosterhalfen ist überzeugt davon, dass die ethischen Standards des 21. Jahrhunderts nicht auf grauenvollen, weitgehend von Nachbarvölkern übernommenen Geschichten der Eisenzeit beruhen sollten.

Mit seiner “Reimbibel”, die auf der sprachgewaltigen Lutherbibel von 1912 basiert, möchte er einerseits religiös indoktrinierten Jugendlichen helfen, den christlichen Aberglauben und entsprechende Angst- und Schuldgefühle abzulegen, und andererseits Ungläubige dazu ermuntern, sich gegen einschlägige Diffamierungen, berufliche Benachteiligungen und Bevormundungen sowie die penetrante religiöse Propaganda in den nicht-kirchlichen Medien zu wehren.

Von der Schöpfungsgeschichte bis zur Offenbarung des Johannes wird die Bibel abwechslungsreich in Form von Balladen, kleinen Gedichten, rhythmischen Versen und Zweizeilern präsentiert und gelegentlich kritisch kommentiert.

Gott ermordet Onan, der nicht schwängern wollte
(1. Buch Mose, Kap. 38)

Gott vertilgte einst den Er,
denn vorm Herrn war böse der.
Onan sollte Er vertreten,
so hat Juda es erbeten.

Sollte sich zur Witwe legen,
Onan aber war dagegen,
denn sie war des Bruders Frau,
Onan nahm es sehr genau.

Onans Samen fiel zur Erde,
dass das Weib nicht schwanger werde.
Onan hasste Samenspenden,
Gott ließ Onans Leben enden.

Wolfgang Klosterhalfen
Reimbibel. Die Schreckliche Schrift in Reimen und Versen.
BoD, Mai 2009, 304 Seiten, 19.90 €

http://www.reimbibel.de/

5 Kommentare zu „Buch-Empfehlung: “Die Reimbibel” von Prof. Wolfgang Klosterhalfen“

  • Alex:

    Dringend benötigt für religiös indoktrinierte Jugendliche wäre als logische Fortsetzung, eine weitere Sammlung obskurer alter Berichte, die oftmals Unheil über weite Teile der Menschheit bringt, sowie Unvernunft zur Tugend und Zweifel zur Sünde erklärt: “Der Reimkoran”.

    • Zwischenrufer:

      Völlig richtig. Der Unterschied wäre allerdings, dass der Autor fortan sein Leben nur noch unter stärkster polizeilicher Bewachung fristen könnte und auf Demonstrationen der ungebildeten Schreihälse wieder hunderte Menschen sterben müssten…

  • Danke für die freundliche Empfehlung!
    Ich hatte ursprünglich vor, die Reimbibel unter einem Pseudonym rauszubringen, fand das dann aber unfair gegenüber anderen Kritikern des christlichen Aberglaubens.
    An einer anderen Stelle habe ich allerdings zurückgesteckt. Ich hatte mir ein Jahr lang den Bart und ein graue Mähne wachsen lassen, weil ich in einem Video als „der Herr“ ein paar gereimte Hasstiraden loslassen wollte. Vor einer Woche bin ich aber zum Friseur, weil es mir dann doch zu riskant erschien, Gott bildlich darzustellen. Über den Koran kann ich natürlich nur Gutes sagen. Zum Beispiel gefällt mir, dass darin niemand für meine Sünden am Kreuz gestorben ist, und dass nicht sämtliche grausligen Geschichten aus dem AT nacherzählt werden.
    Hier noch ein Link:
    http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?t=28160

    • Gerhard Schäffer:

      Wofgang schrieb: [quote]Über den Koran kann ich natürlich nur Gutes sagen. Zum Beispiel gefällt mir, dass darin niemand für meine Sünden am Kreuz gestorben ist, und dass nicht sämtliche grausligen Geschichten aus dem AT nacherzählt werden.[/quote]

      Guter Witz oder war dieser Unsinn ernstgemeint?
      Aber ich gehe jetzt mal vom Positiven aus, daß Du das als Witz gemeint hast.

  • Gerhard Schäffer:

    Dämlich ist dieser Versuch, weil er nicht die geschichtliche Tragweite erfaßt. So haben schon verschiedene Sozialisten des 19. Jahrhunderts, als auch Historiker der DDR mehr in der Bibel gesehen als dieser Klosterhalfen, der anscheinend seine Traumata auf diese Weise bewältigt und im Freigeisterhaus.de seinen einseitigen Schwachsinn als HiobHolbach besserwisserisch zum besten gibt.

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