Der Clown und die Erbsünde

selbstgeisselungKlaus Werner-Lobo ist ein Rassist. Nein, das behaupte nicht ich, das meint der linke Buchautor und Clown in seinem neuesten Blog-Beitrag über sich selbst. Denn schließlich sei er “strukturell rassistisch sozialisiert” und reagiere auf “rassistische Kodizes zum Teil unbewusst”.

Ausgangspunkt des diesbezüglichen Offenbarungseids ist die unsägliche Debatte über die neue Eissorte “Mohr im Hemd”. Die dazugehörige Werbe-Kampagne assoziiert Werner-Lobo derart stark mit überholten kolonialistisch-rassistisch geprägten Mustern, dass er sogar eine eigene Facebook-Gruppe “Stop racist Unilever-Campaign in Austria” gründete.

In seinem Beitrag zieht Werner-Lobo einen weiten Bogen von der österreichischen Süßspeise, über ausgebeutete Rohstoffe und Arbeitskräfte bei der Palmölgewinnung bis hin zu indischen Teeplantagenarbeiter/innen, um schließlich den Grünsympathisanten Gerald Beck dafür zu schelten, sich der aktuellen Gutmensch-Kampagne nicht anzuschließen, sowie mich und Thomas (Feuerhaken) in die argumentative Nähe von Neonazis zu stellen!

Und alles nur, weil der Clown mit seiner katholischen Erbsünde hadert. Von Geburt an alle Schuld dieser Welt auf den Schultern, drück die Last immer stärker, sodass zum Schluss nur mehr bleibt, sich in den Staub zu werfen und zu rufen:

Confiteor […] quia peccavi nimis cogitatione, verbo et opere:
mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.

Das eigene schlechte Gewissen mag zwar eine brauchbare moralische Richtschnur für das persönliche Handeln sein, als politische Handlungsanweisung für alle ist sie jedoch gänzlich ungeeignet.

Die Einführung einer linken Sprachpolizei macht die begangenen Verbrechen der Großeltern nicht wett. Durch Neusprech im schlechtesten Orwellschen Geist wird kein Opfer der Sklaverei rückwirkend befreit. Und es hilft auch den Bewohner/innen des afrikanischen Kontinents definitiv nicht aus der Misere, wenn im Jahresrhythmus krampfhaft neue Bezeichnungen für sie erfunden werden, und in Österreich – von einer winzig kleinen, aber lauten und medial gut vernetzten Elite – der Kampf gegen Süßspeisen geführt wird.

Womöglich war das schuldbeladene Dasein für Klaus Werner Lobo für 5 Minuten etwas erträglicher, als er sich öffentlich selbst als Rassisten geißelte, und seinen Rundumschlag gegen alle führte, die sich nicht neben ihn in den Staub warfen. Der Sache hat er damit jedenfalls keinen guten Dienst erwiesen. Selbst vehement Respekt und Feingefühl einzufordern und im selben Atemzug öffentliche Pranger zu errichten, das geht eben nicht zusammen.

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