Wahlkabine.at rät mir:

In zwei Tagen finden in Österreich die EU-Wahlen statt. Ich weiss immer noch nicht, wem ich meine Stimme geben soll. Meine Auswertung auf Wahlkabine.at brachte jedenfalls folgendes Ergebnis:

wahlkabine_euwahl

6 Kommentare zu „Wahlkabine.at rät mir:“

  • Sascha:

    Wie wäre es mit ungültig wählen? Ich weiss schon, ist auch keine Lösung, aber es taugt noch am ehesten, wenn man Protest ausdrücken möchte und/oder keine passende Partei findet. Mir gehts nämlich zB so: Ich stehe wie bei jeder Wahl vor dem Problem, dass es in Österreich keine Partei gibt, der ich meine Stimme geben möchte.

    Die Rechten von ÖVP bis FPÖ sind sowieso kein Thema. Die SPÖ ist mir zu angepasst, volksparteimässig und hat sich leider von ihren sozialen Wurzeln völlig verabschiedet. Die Grünen und Liberalen sind zwar zumindest gesellschaftspolitisch interessant, aber bei den wirtschaftspolitischen Ansichten vor allem der Liberalen stellen sich bei mir alle Haare auf. HPM, geh bitte, Selbstdarsteller mit Starallüren. Die KPÖ? Hat bei mir jede Glaubwürdigkeit verspielt, seit sie sich als Häuserspekulant mit Nazis eingelassen hat.

    Hab ich jemanden vergessen? Ach ja, die Partei der Ungültig-WählerInnen, die wird nur leider von niemandem beachtet und keiner fragt, was die eigentlich wollen. Vielleicht sollte sich diese Partei endlich einmal Gehör verschaffen und ihre Inhalte kommunizieren…

    • Zwischenrufer:

      Hallo Sascha!

      Ich kann deine Argumentation gut nachvollziehen, mir dreht sich auch der Magen um, wenn ich mir die österreichische Parteienlandschaft so anschaue. Werd aber vermutlich doch die jungen Liberalen wählen, und zwar aus folgenden Gründen:

      1) Meine Stimme wird damit gezählt, was beim Nichtwählen nicht der Fall ist. Möchte nicht in einen Topf mit Leuten geschmissen werden, die aus völligem politischen Desinteresse nicht hingehen und somit auf ein demokratisches Recht verzichten.

      2) Mit einer Stimme für die JuLis tu ich niemanden weh, sie mir übrigens auch nicht. Die haben im Wahlkampf zwar ein etwas sonderbares Auftreten, aber ein paar Macken hab ich selber ja auch. :-) Bei der letzten Nationalratswahl hab ich voller Überzeugung Heide Schmidts LIF gewählt, nun mach ich das halt mit wesentlich weniger Enthusiasmus mit den Jungen.

      3) Die Grünen, die in der obigen Wertung auf Platz 2 aufscheinen, kommen für mich nicht in Frage, weil ich ganz einfach niemanden wähle, der jedem dahergelaufenen Mufti den Arsch küsst. Außerdem war der aktuelle EU-Wahlkampf der Grünen einfach nur schlecht, schlecht, schlecht. Fast hätte man meinen können, deren Spitzenkandidat sei Martin Graf. Der war in den Grünen Öffentlichkeitsarbeit jedenfalls über Wochen ungleich präsenter als Ulrike Lunacek.

      4) Durch die Wahl der JuLis kann ich meinen Zorn auf die aktuellen Zustände zumindest etwas kanalisieren, und muss in der Wahlkabine nicht doch noch FPÖ ankreuzen. Da war ich angesichts der jüngsten Eskapaden der berufsmäßig Empörten nämlich schon sehr, sehr knapp dran.

      Liebe Grüße,
      Tom

  • Sascha:

    Hi Tom!

    Meine Meinung ist halt, dass die Wirtschaftskonzepte der Liberalen sehr zu den allgemeinen Mißständen beitragen. Noch mehr wirtschaftliche Liberalisierung, damit morgen wieder ein paar hundert Menschen mehr vor dem Nichts stehen, weil ihr Chef beschlossen hat, dass die Arbeitskosten in Asien eben niedriger sind? Ich glaube nicht.

    Und zu den Grünen: Ich denke, gerade bei den Grünen ist aber die Diskussionskultur offener als bei anderen Parteien. Das wirst du ja aus der eigenen politischen Sozialisierung wissen. Die Chance, die eigenen Positionen einzubringen und damit ernstgenommen zu werden, ist wahrscheinlich bei den Grünen noch am ehesten gegeben. Denn die Grünen waren ja einmal mehr Bewegung als etablierte Partei. Insofern ist der Spielraum für Reflexion und Kritik grösser. Ausserdem würde ich auch behaupten, dass die Herangehensweise der Grünen an komplexe Themen um vieles differenzierter ist als bei anderen Parteien. Wie es in der Öffentlichkeit kommuniziert wird, ist dann eine ganz andere Frage.

    Ich finde das mit dem “Muftiarsch küssen” nicht gerade charmant. Willst du damit sagen, die Grünen begrüssen eine religiöse Durchdringung der Gesellschaft? Das glaube ich kaum. Ich meine, das Problem ist, dass – wie in der Linken, so auch – bei den Grünen das Mißverständnis vorherrscht, nur weil die FPÖ die Muslime aus rassistischen Motiven zum Feindbild erklärt, darf man umgekehrt keine Kritik mehr am Islam üben. Es werden hier Dinge vermischt, die man trennen sollte. Es gibt den Rassismus gegenüber Muslimen, aber andererseits sollte man aufpassen, welche Argumente man verwendet, um diesen Rassismus zu bekämpfen. Wer im Namen des Antirassismus das Kopftuch oder den Bau von Moscheen verteidigt oder sich mit Kritik zurückhält, wenn die ärgsten Machos oder anderen Kriminellen halt Muslime sind, der hat grundlegende Dinge nicht verstanden. Es reicht nicht, sich auf das Argument zurückzuziehen, “Na, wir haben doch Religionsfreiheit!”, denn was wir gerade miterleben, ist das grosse Comeback der Gottesstaaten, und dagegen sollten gerade die Linke und die Grünen vehement auftreten. Es fehlt leider weitgehend eine progressive Religionskritik, die dieses Feld nicht gänzlich FPÖ und Co. überlässt.

    • Zwischenrufer:

      Ach Sascha, du weißt ja eh, dass ich dir da weitgehend Recht gebe! :-) In Österreich tragen aber nicht die Liberalen oder gar die jungen Lallas zur allgemeinen wirtschaftlichen Misere und der Auslagerung von Arbeitsplätzen nach Asien bei, sondern ganz andere. Erst gestern war beispielsweise der rote Großkapitalist Androsch in der ZIB24, weil der Leitplattenhersteller AT&S, in dem er Vorstandsvorsitzender ist, Teile der Produktion von Leoben-Hinterberg nach Asien verlagert und 300 Mitarbeiter gehen müssen.

      Was die “offene Diskussionskultur” der Grünen betrifft, so möchte ich dir insbesondere mit kritischem Blick auf die “Grünen Vorwahlen” widersprechen. Was dort seit Monaten läuft ist nicht dazu geeignet, die Grünen in einem besseren Licht dastehen zu lassen, als die politischen Mitbewerber.

      Das mit dem “Muftiarsch küssen” hab ich ganz bewusst geschrieben. Wann sind denn die Grünen das letzte Mal gegen den Kopftuchzwang oder Islamisierung aufgetreten? Einerseits ständig auf die Menschenrechte pochen und andererseits aus falsch verstandener Toleranz Frauen und Säkulare einer ganzen Bevölkerungsgruppe links liegen zu lassen, das geht für mich gar nicht.

      • Sascha:

        Ja, hast eh recht! Es sind aktuell nicht die Liberalen sondern auch die Sozialdemokraten, die das verbocken. Aber ich denke trotzdem, dass die Liberalen in dieser Hinsicht keine guten Konzepte haben und wären sie am Hebel, sie würden es nicht besser machen.

        Und ich stimme dir auch in dem Punkt zu, dass es bei den Grünen diese Ambivalenz gibt zwischen einerseits Engagement für die Menschenrechte, andererseits Nicht-Wahrnehmen-Wollen (?), dass der Islam/Islamismus genau diese Menschenrechte ausser Kraft setzt. Vielleicht sollte man an der grünen Basis anfangen, in diesem Sinne bewusstseinsbildend zu intervenieren, damit sich herumspricht, dass diese Ambivalenz eventuell SympathisantInnen abschreckt?

  • Hm Zwischenrufer,
    was machen wir jetzt? Hier meine Wahlkabine:
    wahlkabine_darkwins

Kommentieren

Stop The Bomb
scarlet_A
esgibtkeinengott
darwin-fish
zwangsheirat
petition188_banner_kl
laiini
athrelges
stopstoning
zrexmlogo
internetsperren
Statistik
Besucher heute: 269
Besucher online: 2
Besucher total: 100914
Total Petition Signatures
  • Paragraf 188 StGB: 204
Ist Multikulti gescheitert?
View Results
Michael Häupls Pensionierung:
Loading...
Kategorien
Archive